Wilderer Museum St.Pankraz - Rebellen der Berge

Ermutigt durch den enormen Publikumszuspruch (33.000 Besucher im Jahr 1998 – Landesausstellung), wurde das „Wilderermuseum St. Pankraz“ geschaffen, welches einzigartig in Europa ist. Besonders originell ist dabei der Standort, nämlich der ehemalige Heustadel des benachbarten Gasthauses Steyrbrücke. In der heimeligen Atmosphäre des renovierten Gebäudeteils eröffnet sich auf 500 m² eine umfassende Schau zur Jagd und Wilderei – gezeigt werden über 250 Exponate darunter viele originale Wildererwaffen.

Vom Wilderer als galanten Liebhaber bis zum „Helden der kleinen Leute“, der sich erbitterte Kämpfe mit dem Jäger liefert – es sind viele Klischees und verklärte Wahrheiten, die sich um das Wildern ranken. Natürlich steckt in all dem auch ein Funken Wahrheit. Doch im Gegensatz zu heute, wo meist die Gier nach schönen Trophäen die Triebfeder ist wilderte man bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts vor allem des Hungers wegen. Bei der unrechtmäßigen Jagd war also nicht kitschige Romantik an der Tagesordnung, sondern sie ist bis in die Gegenwart auch von Tragödien und schweren Verbrechen geprägt.

Diesem ebenso spannenden wie populären Thema widmet sich nun die vom Kulturwissenschaftler Dr. Roland Girtler, Universitätsprofessor an der Universität Wien, in Zusammen-arbeit mit der Bevölkerung von St. Pankraz zusammen-gestellten Schau.

Das neu errichtete Museum wurde am 5. Mai 2000 von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer im Rahmen eines Festaktes eröffnet – unter den vielen prominenten Gästen war auch der frühere Justiz-minister Egmont Foregger.

Und im Mai 2001 gab‘s gleich zwei Anlässe zu feiern: 1 Jahr Wilderermuseum St. Pankraz und den 60. Geburtstag des wissenschaftlichen Leiters Dr. Roland Girtler. Diese Feier fand im und um das Wilderermuseum statt – mit Attraktionen wie „Kugelngießen und Nockerlnkochen“. Und für die musikalische Unterhaltung sorgte unter anderem eine „Jagdhornbläser“-Gruppe.

Die 1. Sonderausstellung 2003/2004 mit dem Titel „Erotik der Sennerin – in Liedern, Geschichten und im wirklichen Leben„ war eine amüsante und informative Bereicherung der Dauerausstellung.

Und die Sonderaustellung ab Mai 2005 :
„Wilde Nächte, schöne Frauen und verwegene Wilderer – die Faszination des Heimatfilms“ bringt Rückblicke und nostalgische Erinnerungen an romantische Kinoabende....
(Eine Ausstellung im Rahmen des österreichweiten Projekts ‚Alltagskultur seit 1945’)

Die Sonderausstellung 2007 beschäftigte sich mit
Ausgestopften Tieren
Zeichen der Macht, der vornehmen Jagd und der Wissenschaft
Es ist das Streben des Menschen nach Ewigkeit seiner Existenz, die ihn veranlasste, Religionen zu gründen, die ihn aber auch auf die Idee brachte, seinen Körper der Vergänglichkeit zu entreißen. Die Ägypter waren Meister der Mumifizierung von Mensch und Tier.
Die kleinen Leute, zu denen auch die Wildschützen gehörten, hatten vorerst an solchen Praktiken kein Interesse. Für Sie war es überlebenswichtig die von ihnen erlegten Tiere gänzlich zu verwenden.
Eine interessante Ausstellung, welche auch auf den wissenschaftlichen Nutzen von Präparaten hinweist.

Im Jahr 2008 lenkte die Austellung Hiasl, Girgl, Hartl -Wildschützen in den bayerischen Bergen die Aufmerksamkeit auf das Wilderermuseum.
Drei Wilderer aus drei verschiedenen Jahrhunderten mit  der gleichen Leidenschaft und dem gleichen Mut. Alle drei waren sie Helden der kleinen Leute und wurden nach ihrem gewaltsamen Tod zu Legenden.

Im Jahr der Landesausstellung "Mahlzeit" 2009 in Schlierbach wurde das Wilderermuseum wesentlich erweitert und beteiligte sich als Rahmenprogramm zur Landesausstellung mit der Sonderausstellung
Der noble Umgang mit dem Hunger - die Mahlzeit der kleinen Leute im Gebirge.
Durch bauliche Verzögerungen konnte diese Ausstellung zwar noch im Sommer für die Besucher geöffnet werden, feierlich eröffnet wurde Sie aber erst zum Saisonstart 2010.
Die Ausstellung erzählt eindrücklich aus dem Leben der Bergbauern und Kleinhäusler, von ihrer Not, der Härte des alltäglichen Schaffens, aber auch von ihrer Lebensfreude.

Das Wilderermuseum St. Pankraz bietet aber darüber hinaus noch einige Attraktionen, die den Besuch zum Erlebnis machen: ein Schießstand, wo jeder Besucher seine „Wilderertauglichkeit“ testen kann, eine Fotowand (hier kann man sich als Wilderer fotografieren) und ein Wilderer-Shop, der u.a. originelle Souvenirs wie selbstgegossene Kugeln, „Wildererblut“ und Wildererschokolade bereithält. Stilgerecht wurde der Speisesaal des Gasthauses Steyrbrücke zur urigen Wildererstub’n umgestaltet, in der man Wilderer-Pfanne und eigends gebrautes Wilderer-Bier genießen kann.

Ergänzt wird das Ausflugserlebnis durch den direkt beim Museum beginnenden, 10 km langen Flötzersteig. Entlang des Steyrflusses und der beeindruckenden Bergkulisse des Toten Gebirges führt er zum Alpineum in Hinterstoder, am Weg liegen die Naturschauspiele Kreidelucke, Strumboding-Wasserfall, Schiederweiher und Steyrursprung.
 
 

 

 

 

»  Rundgang durchs Museum

»  Wer ist ein Wilderer

»  Univ.Prof Dr. Roland Girtler

»  Sonderausstellungen

»  Presseinformation

»  Die Enstehungsgeschichte